Geduld und Gelassenheit üben – immer wieder eine Herausforderung

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An der Grenze herrscht geschäftiges Treiben, es gibt unendlich viele Pendler, die ihr Business jenseits der Grenze haben. Unterschiedlichste Waren wechseln hier das Land: Gemüse, Obst, halbe Rinder, Holz, Steine, Möbelstücke und vieles mehr. Meist erfolgt der Transport behelfsmäßig auf dem Kopf, die Menschen sind ausnahmslos zu Fuß unterwegs. Auch wir schultern unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg zum Emigration Schalter. Nachdem der Officer kein Visum in unserem Pass finden kann, schickt er uns an die zweite Grenze in Gyiseni (Gyiseni liegt in Ruanda und hier befindet sich die Grenze in den Kongo, in die Stadt Goma).

David fährt uns durch ein Villenviertel und wir gelangen an einen Grenzübergang mit modernem Gebäude. Hier ist viel weniger los, es ist der Grenzübergang für Touristen und Geschäftsreisende gehobener Klasse.

Wir bekommen problemlos auf ruandischer Seite unseren Exit-Stempel inklusiv der Aussage, dass unser East-African-Visum nicht zur Wiedereinreise berechtigt.

Daran wollen wir zunächst nicht glauben, schließlich handelt es sich um ein Visum mit unbegrenzter mehrfacher Einreise in die ostafrikanischen Länder Uganda, Ruanda und Kenia. Bewusst haben wir uns vor unserer Reise für diese teure Variante entschieden.

Wir verabschieden uns von David und verlassen Ruanda. Um den Immigration Stempel und das Visa für den Kongo zu bekommen, stellen wir uns in eine Schlange mit anderen Wazungu (Europäern) und Einheimischen. Von einer wichtigtuenden Dame in Weiß wird unser Impfpass eingesammelt. Währenddessen versuchen wir uns in der Schlange zu behaupten. Endlich sind wir an der Reihe: Durch eine kleine Lucke reichen wir Pass und Visaantrag hindurch und werden angewiesen, an der nebenstehenden Tür zu warten.

Wir beobachten, wie unsere Dokumente ins „backoffice“ wandern, wo eine stämmige Beamtin sorgsam im Schneckentempo unsere Daten in eine übergroße Kladde überträgt.

Erstaunlich wie langsam man arbeiten kann, denke ich mir. Nach einer gefühlten Ewigkeit bekommen wir unsere Pässe mit dem gestempelten Visa zurück und stellen uns in der nächsten Schlange an: Kontrolle des Impfpasses und der geforderten Gelbfieberimpfung. Glücklicherweise stimmen unsere Angaben im Impfpass mit den Einreisebestimmungen überein und wieder wird alles in einer großen Tabelle verewigt.

Später erfahren wir, dass bei nicht Vorhandensein einer gültigen Gelbfieberimpfung oder wenn diese länger als zehn Jahre zurückliegt (obwohl der Impfschutz nachweislich lebenslang ist – doch das akzeptiert der Kongo nicht), die Impfung kurzerhand gegen eine Gebühr von 50 $ direkt an der Grenze erfolgt.

Bleibt zu hoffen, dass die Hygiene stimmt, die Spritzen steril sind und auch nur einmal verwendet werden…

Anschließend wird noch unsere Temperatur gemessen – wohlgemerkt mit mind. 10 cm Abstand – und hurra – wir dürfen einreisen. Nach 60 Minuten haben wir die Grenze von Gyiseni nach Goma überschritten und befinden uns in der DR Kongo.

Mittlerweile haben wir auch im Grenzbereich unseren neuen Guide getroffen und sind erstmal erleichtert – er macht einen seriösen Eindruck. Er chauffiert uns in die Stadtmitte von Goma und hält vor dem Büro der Virunga Nationalpark Company. Wir sollten kurz aussteigen, um uns zu registrieren.

Machen wir und lassen – obwohl wir es besser wissen sollten – unsere Rucksäcke im Auto, das unverschlossen auf der Straße stehen bleibt.

Nach einigem Hin und Her und sprachlichen Barrieren – im Kongo wird französisch gesprochen – haben wir verstanden, dass wir hier unsere Permits für den Vulkan bekommen. Da wir nichts unterschreiben müssen, hätte dies auch bereits im Vorfeld erledigt werden können, denn unsere Daten waren ja bekannt. Jedenfalls erhalten wir unsere Eintrittsberechtigung und erfahren, dass der Fahrer bereits wieder unterwegs ist (mit unserem Gepäck) um noch ein weiteres Paar abzuholen. Wir werden aufgefordert zu warten und sind etwas unruhig, weil wir unser Hab und Gut im Auto wissen.

 

Nach 15 Minuten Erleichterung, der Fahrer kommt mit dem angekündigten Paar und während die beiden sich im Office registrieren, steigen wir erleichtert zu unseren Rucksäcken ins Auto. Wir fahren durch Goma und sind reizüberflutet: eine geschäftige zentralafrikanische Großstadt mit breiten Straßen im Innenstadtbereich. Je weiter außerhalb wir kommen, desto ursprünglicher wird es. Schließlich fahren wir die letzten Kilometer auf staubiger Sandpiste an tristen Steinhäusern vorbei bis zum Ausgangspunkt unserer Vulkanbesteigung.

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