Suhi Vrh 1.333 m – farbenprächtige Herbstwanderung im Naturpark Učka

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Der Naturpark Učka befindet sich im Gebirgsmassiv Učka in Kroatien, nahe der Stadt Rijeka, umfasst 160 km2 und wurde 1999 installiert; er reicht von der Opatija Riviera an der Nord-Ost-Küste Istriens mit dem Vojak (1.401 m) als höchstem Berg bis zur Ćićarija mit dem höchsten Gipfel des Veli Planik (1.272 m).

Die schon in altösterreichischer Zeit bekannten und beliebten Bade- und Kurorte Opatija (Abbazia) und Lovran verdanken den Učkabergen ihre geschützte Lage mit ganzjährig milden Temperaturen und einer üppigen mediterranen Vegetation. Demnach ist es sehr lohnend, die recht langen Anstiege vom Meer zum Vojak wie auch zu seinem unmittelbaren Nachbarn Suhi Vrh (= trockener Berg) zu wählen.

Die besten Jahreszeiten dafür sind zweifellos Frühling und Herbst, denn der Sommer ist zu heiß und im Winter kann es zeitweise bis ca. 300 m herab schneien. Ich hatte Anfang Dezember 2017 noch Glück und erst ab ca. 1.050 m eine Schneedecke; der Hauptweg von Lovranska Draga war außerdem gespurt – nach einem heftigen Kaltlufteinbruch wenige Tage später wäre dieser Anstieg nicht mehr möglich gewesen.

Heuer, 2018, fahre ich an einem milden, schönen Tag Ende Oktober von Medveja auf der steilen und engen Straße noch bis zum Dorf Kali hinauf (Parkplatz vor dem Dorf rechts an der letzten Kehre, ca.140 m Seehöhe).

Steintreppe

Über alte Steintreppen geht es zum aufgelassenen Dorf Vlasin mäßig steil bergan.

Nach dem Flaumeichenwald kommt man auf einen langen Rücken mit einem Edelkastanienwald. Erst ab ca. 900 m verläuft der Steig mehr über Wiesen und der Blick wird freier, vor allem zurück nach Medveja, aber auch bis zur Insel Cres.

Es folgt eine kleine Bachüberquerung (vermutlich nur nach Regentagen wasserführend) mit Blick hinauf zum Schrofengelände um Argun und Richtung Suhi Vrh;

hier erfreuen das Auge auch die bunt verfärbten Karststräucher.

Danach tauche ich wieder in den Wald ein mit nun schon vorherrschend Buchen; ein zweiter Bach ist zu überqueren. Am Fuß einer Schutthalde sind einige Blöcke mit Moos überzogen. Der Steig mündet schließlich in eine Forststraße, alte Markierungen leiten an deren rechten Seite nur sanft ansteigend weiter; bald ist eine Wiese zu überqueren, wo sich die Markierungen verlieren. Ich bleibe auf ca. 1.050 m, meide soweit möglich die Dornsträucher im folgenden Wald, steige schließlich etwas höher und stoße so bald wieder auf den markierten Weg vom Dorf Mala Učka herauf. Er führt nun steil aufwärts und nach einer Biegung nach Norden steigt er schräg am Hang an und ich erreiche bald den Sedlo (=Sattel), wo die Wege sternförmig zusammenkommen.

Vom Sattel wendet man sich nach rechts und teilweise im tiefen Laub geht’s wieder steiler empor; rasch ist der Vorgipfel (1.320 m) erreicht.

Hier hat man einen schönen Rundblick, überdies lädt die Wiese zur ausgiebigen Rast ein.

Doch vorerst möchte ich aber schon noch zum eigentlichen Gipfel: dazu muss man noch ein Stück hinunter, wieder im schon entlaubten Buchenwald und der Steig wird leider bald undeutlich. Nach mehrmaligem Hin und Her entdecke ich am Boden einen mit Steinen ausgelegten Pfeil, der den richtigen Weiterweg anweist. Kurz vor dem Hauptgipfel habe ich noch einen schönen Ausblick, diesmal nach Süd-Ost.

Dann ist man wieder von Bäumen umgeben, womit sich der letzte Anstieg vom Vorgipfel herüber eigentlich nicht lohnt (ca. 15 min).

Als von Natur aus neugieriger Mensch gehe ich am Rückweg doch bis zum Dorf Mala Učka, habe aber dafür am Fahrweg eine Gegensteigung (ca. 50 HM) zu absolvieren. Der Umweg lohnt sich wahrscheinlich nur, wenn man sich noch die Zeit nimmt, in das kleine Dorf hineinzugehen. Bei der Abzweigung von der Forststraße zum Pfad kommt mir eine große Schafherde entgegen, sie blöken allerdings auf Kroatisch auch nicht anders als zu Hause. Nach insgesamt 2 Stunden Abstieg komme ich wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Noch einige harte Fakten:

Aufstieg:          1250 HM  – 3 ¼ Std.

Gesamtdauer: 1300 HM – 5 ¼ Std.

Empfehlenswert: 

  •  
  • Karte zum Naturpark Učka 1:30 000 (mit vielen nützlichen Hinweisen);
  • auch Ćićarija – Tourist and Trekking Map 1:25 000, Serija Dinarske Alpe Nr. 19, 2014
  • Pension Stanger, schöne und preiswerte Pension am südlichen Ortsende von Lovran mit sehr freundlichem Chef und Personal

 

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